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Jun 23

Aus Berliner Ausländerbehörde gestohlen: Bundespolizei-Report enthüllt Handel mit Blanko-Dokumenten

In Polizei-Westen gekleidete Polizisten.

Bei Kontrollen haben Beamte der Bundespolizei Ausländer, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten und ausreisepflichtig sind, mit illegal erworbenen Aufenthaltstiteln festgestellt. Bei diesen Papieren handelt es sich um Dokumente, die zuvor aus der Berliner Ausländerbehörde gestohlen wurden.

Das geht aus einem Bericht („Informationsstreuung zum Modus operandi „Waschtitel“) der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung vor, der der „Bild am Sonntag“ vorliegt.

Im Herbst 2017 und Frühjahr 2019 waren Unbekannte in die Behörde eingebrochen und hatten Blankodokumente und Siegel gestohlen. Laut Bericht handelt es sich um circa 20.000 abhandengekommene Dokumente, darunter Niederlassungserlaubnisse, Aufenthaltserlaubnisse, Blanko-Reisepässe. Die Beamten schreiben in dem Bericht, der BamS vorliegt: „Diese gestohlenen Blanko-Aufenthaltstitel werden durch bislang unbekannte Täter bedarfsgerecht und unautorisiert ausgestellt sowie gewinnbringend verkauft.“

„Wird um bundesweite Sensibilisierung gebeten“

Laut Bericht enthüllten die Ermittler der Bundespolizei außerdem eine Masche der Käufer, um diese illegal erworbenen Aufenthaltstitel zu „waschen“: Die Titel werden in den Reisepass geklebt, dieser anschließend beschädigt und bei der jeweiligen Botschaft ein neues Reisedokument beantragt. Der Ausländer vereinbart einen Termin bei einem Berliner Bürgeramt. Er legt alle Dokumente vor und bittet, seinen Aufenthaltstitel in den neuen Pass zu übertragen.

Das Problem: Die Mitarbeiter des Bürgeramts können nicht auf Datenbanken zugreifen, in denen die Seriennummern der gestohlenen Aufenthaltstitel eingetragen sind. Der Beamte überträgt also den Titel in den neuen Pass, das gesamte Dokument ist jetzt „gewaschen“, also amtlich von einer deutschen Behörde ausgestellt. Der Bundespolizei-Report spricht von „scheinlegalisiert“. Deshalb warnen die Beamten ihre Kollegen im Bundesgebiet: „Hiermit wird um bundesweite Sensibilisierung gebeten.“

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