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Dez 02

Beißender Flüchtling Fall für Psychiater

Wohnblock für Flüchtlinge in der Landesunterkunft Boostedt. Quelle: Frank Molter

Heute auf frischer Tat ertappt, morgen schon verurteilt. So ein Tempo wünschen sich viele von der Justiz. Das Amtsgericht Neumünster wollte am Dienstag ein Zeichen setzen. Aber nun wird der Flüchtling, der am Freitag einen Polizisten in den Finger gebissen hatte, ein Fall für den Psychiater.

Neumünster.

Der Sachverhalt klingt dramatisch: Der etwa 50 Jahre alte Flüchtling aus Nigeria hatte – wie schon wiederholt zuvor – auf der Sanitätsstation der Landesunterkunft in Boostedt vorgesprochen. Dort hielt er den Mitarbeitern die Vergabe von Medikamenten vor, die bei ihm zu Erektionsstörungen führten. Als der Angeklagte randalierte, alarmierten die Betreuer die Polizei, die auf dem Gelände eine Außenstelle unterhält.

Sanitäter riefen die Polizei

Als die Beamten dem Angeklagten einen Platzverweis erteilten, klammerte er sich an ein Geländer. Zu zweit versuchten die Beamten, den Griff seiner Hände zu lösen. Dabei fassten sie ihm auch an den Kopf. In diesem Moment soll der Angeklagte zugeschnappt haben. Laut Vorwurf verbiss er sich so heftig in den linken Zeigefinger eines Beamten, dass sein Kiefer erst nach mehreren Faustschlägen locker ließ. Der Nagel wurde entfernt, das vorderste Fingerglied muss möglicherweise amputiert werden, hieß es.

Gutachter soll Schuldfähigkeit prüfen

Während der Verhandlung am Dienstagnachmittag kam der Angeklagte auf seine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie zu sprechen. Nachforschungen ergaben, dass er sich dort freiwillig aufhält – Anlass für Richter Andreas Martins, ein psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit des Mannes in Auftrag zu geben. Die Verhandlung wurde bis zum Vorliegen des Ergebnisses ausgesetzt

Quelle: kn

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