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Apr 30

Bluttat in Duisburg-Marxloh: Attacke mit Beil und Messer – warum musste Aleksandar sterben?

Der Duisburger Stadteil Marxloh – in manche Ecken traut sich selbst die Polizei nicht mehr ohne Verstärkung. dpa

Am Ostersonntag kam es im Duisburger Stadtteil Marxloh zu einer blutigen Auseinandersetzung. FOCUS Online gibt einen Überblick, was bisher über Tathergang, Opfer und Täter bekannt ist.

Der Fall

Am späten Sonntagabend wurde die Polizei zu einem Streit in Duisburg Marxloh gerufen. Als die Beamten eintrafen, war der 14-jährige Aleksandar M. bereits lebensgefährlich verletzt.

Was wissen wir über den Tathergang?

Offiziell machte die Polizei noch keine Angaben zum Tathergang. „Die Ermittlungen laufen und gestalten sich schwierig, da die involvierten Personen nur Bulgarisch sprechen und wir daher mit Dolmetschern arbeiten müssen“, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage von FOCUS Online.

Der Vater des Jungen Dimitar M. sagte der „Bild“-Zeitung, die Familie habe beim Abendessen gesessen, als es geklingelt habe. Als er die Tür öffnete habe ein Nachbarsjunge von unten um Hilfe gerufen. M. sei daraufhin sofort hinuntergelaufen. Auf der Straße angekommen sei er sofort angegriffen worden. „Ich kann nicht sagen, was dort los war. Es gab Tumult, es war dunkel“, sagte der 40-Jährige der „Bild“. Ein Messer habe ihn am Rücken getroffen.

Sein Sohn sei ihm gefolgt, schildert der Mann weiter. „Er sagte: ‚Papa, was ist da los?‘ Er hatte mir wohl helfen wollen. Im nächsten Moment lag er auf dem Rücken, ein Beil hatte ihn getroffen“, schildert M. in der Zeitung den schrecklichen Abend.

Laut „WAZ“ berichteten Augenzeugen, dass die Stimmung am Tatort „sehr angespannt und aggressiv“ gewesen und es nach der Tat zu Tumulten vor Ort gekommen sein soll, die von Einsatzkräften einer Hundertschaft beendet wurden.

Die Opfer

Der 14-jährige Aleksandar wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er an seinen schweren Verletzungen starb. Der Vater des Jungen sowie ein 39-jähriger Mann erlitten leichte Blessuren.

Im Video: Polizistinnen sollen nur noch mit Männern auf Streife gehen Die Täter

Täter und möglicher Hintergrund

Als die herbeigerufenen Beamten am Tatort eintrafen, waren die Täter bereits geflüchtet. Wie die Polizei gegenüber FOCUS Online mitteilte, sollen offenbar auch die Angreifer bulgarischen Ursprungs sein. Eine Familienfehde könne daher als Anlass für den tödlichen Kampf auf der Straße nicht ausgeschlossen werden. Über die Zahl der Angreifer machte die Polizei bislang keine Angaben. Möglicherweise ist der ganze Angriff aber auf Video festgehalten worden. Laut „WAZ“ soll die Polizei Aufnahmen der privaten Überwachungskamera einer Imbissstube beschlagnahmt haben.

Die Waffen

Nach Angaben der „WAZ“ sollen die Angreifer mit Messern, einer Axt und „mindestens einer Metallstange“ bewaffnet gewesen sein. Bestätigt wurde offiziell bislang lediglich, dass „Schlagwerkzeuge“ sichergestellt wurden.  Die Polizei teilte am Dienstamorgen lediglich mit, dass die Obduktion am Dienstag Aufschluss über die Todesursache geben solle.

Problemviertel Duisburg Marxloh

Marxloh gilt als eines der berüchtigsten Problemviertel von Duisburg. Vor allem die Kriminalität ausländischer Großfamilien-Clans und Gewalt bringen den Stadtteil, in dem eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, immer wieder in die Negativschlagzeilen. Der Ausländeranteil in Marxloh liegt weit über dem Durchschnitt: Mehr als jeder zweite Einwohner hat keinen deutschen Pass.

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