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Feb 09

Brutale Vergewaltigungen – Sierra Leone erklärt nationalen Notstand

Mehrere brutale Vergewaltigungsfälle haben in den vergangenen Wochen Unruhe in Sierra Leone ausgelöst.

  • Präsident Julius Maada Bio gab die Einrichtung einer Spezialeinheit der Polizei und eines Sondertribunals bekannt.
  • Der Notstand erlaubt der Regierung, Änderungen von Gesetzen und Haushaltsausgaben schneller vorzunehmen.

In Sierra Leone gilt wegen der stark gestiegenen Zahl von Vergewaltigungen ein nationaler Notstand. Präsident Julius Maada Bio gab in der Hauptstadt Freetown die Einrichtung einer Spezialeinheit der Polizei und eines Sondertribunals bekannt, um Fälle sexueller Gewalt schneller verfolgen zu können, berichtete der britische Rundfunksender BBC.

Mehrere brutale Vergewaltigungsfälle hatten in den vergangenen Wochen Unruhe in dem westafrikanischen Land ausgelöst. Der Notstand erlaubt der Regierung, Änderungen von Gesetzen und Haushaltsausgaben schneller und ohne Zustimmung des Parlaments vorzunehmen.

Dem BBC-Bericht zufolge stieg die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen im vergangenen Jahr um fast 4500 Fälle auf insgesamt 8500. Sierra Leone hat rund 7,5 Millionen Einwohner und wurde in den 90er-Jahren von einem blutigen Bürgerkrieg erschüttert, in dem sexuelle Gewalt weit verbreitet war.

Der Fall eines fünfjährigen Mädchens, das nach der mutmaßlichen Vergewaltigung durch ihren Onkel von der Hüfte an gelähmt ist, machte in den vergangenen Wochen Schlagzeilen. Präsident Bio kündigte eine Gesetzesänderung an, wonach Vergewaltigung von Minderjährigen ab sofort mit lebenslanger Haft bestraft werden soll. Bisher lag die Höchststrafe für Vergewaltigung bei 15 Jahren.

Ebola führte zum Zusammenbruch des öffentlichen Lebens

Sierra Leone war 2014 und 2015 eines der am schwersten getroffenen Länder eines Ebola-Ausbruchs, der mehr als 4000 Menschen das Leben kostete. Die Epidemie führte zu einem Zusammenbruch des öffentlichen Lebens, damit verbunden war offenbar ein starker Anstieg von häuslicher und sexueller Gewalt.

Einer Studie des UN-Entwicklungsprogramms UNDP zufolge stieg die Zahl der Teenagerschwangerschaften nach dem Ebola-Ausbruch 2014 in manchen Regionen Sierra Leones um bis zu 65 Prozent, weil etwa Kinder ihre Eltern verloren hatten und dadurch einer größeren Missbrauchsgefahr ausgesetzt waren.

Sexuelle Übergriffe auf Ebola-Überlebende sind Medienberichten zufolge auch heute noch an der Tagesordnung. Sierra Leone, einst britische Kolonie, zählt zu den ärmsten Staaten der Welt. Im Bürgerkrieg von 1991 bis 2002 waren Schätzungen zufolge mehr als 120.000 Menschen umgekommen.

Quelle: welt

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