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Mrz 16

Bundesamt stellt Strafanzeige gegen Sprachschulen für Flüchtlinge

Mehrere Anbieter von Sprachkursen für „Geflüchtete“ legen wenig Wert auf Qualität und nehmen es auch mit der Zahl der Teilnehmer – für die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ja zahlt – nicht so genau. Nun haben diese Geschäftspraktiken rechtliche Folgen.

Die fragwürdigen Geschäftspraktiken von Sprachkursanbietern für Geflüchtete haben nun auch rechtliche Folgen: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat nach eigenen Angaben drei Strafanzeigen gegen Sprachschulen gestellt. Das bestätigte die Behörde am Freitag auf Anfrage des rbb.

Vorwurf: Zu viele Teilnehmer abgerechnet

Bei diesen Anzeigen gehe es vor allem um Urkundenfälschung und Betrug, teilte die Behörde mit. Insider beurteilen die Geschäftspraktiker der Anbieter als eine „Gelddruckmaschine für Sprachschulen“. So würden mehr Teilnehmer abgerechnet, als tatsächlich anwesend seien, berichtete etwa eine Lehrerin dem ARD-Mittagsmagazin. Die Teilnehmer würden als Karteileichen geführt, für die das BAMF dann die Teilnahme an den Kursen zahle.

Im Jahr 2018 hatte das BAMF 875 Millionen Euro für Integrationskurse in den Sprachschulen zur Verfügung gestellt. 2015 waren es noch 267 Millionen Euro.

Experten sehen BAMF-Kontrollen kritisch

Auch seien die Dozenten der Kurse oft schlecht oder gar nicht qualifiziert, berichtet die Lehrerin weiter. So gebe es etwa Dozenten, deren Muttersprache nicht Deutsch sei und die selber noch Fehler machten oder eine schlechte Aussprache hätten.

Das BAMF verwies auf rbb-Nachfrage auf Kontrollen vor Ort. Doch Experten und Insider sehen systemische Kontrollfehler: Das BAMF kontrolliere vor allem Anwesenheitslisten, statt den echten Lernerfolg der Teilnehmer auch zu überprüfen. Der Vorstandsvorsitzende des Fachverbands Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Matthias Jung, wies darauf hin, dass das BAMF eine Verwaltungsbehörde sei, deren Mitarbeiter überwiegend nicht pädagogisch qualifiziert sei.

Quelle: rbb

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