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Mrz 20

Ehepaar kannte sich nur wenige Tage: Iraker soll Frau nach Hochzeit vergewaltigt haben

35-Jähriger auf der Anklagebank: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Iraker vor, seine Frau bedroht, geschlagen und vergewaltigt zu haben.
© Swen Pförtner/dpa

Prozess in Göttingen: Einem 35-Jährigen wird vorgeworfen, seine Frau kurz nach der Ehe geschlagen, bedroht und vergewaltigt zu haben.

Am zweiten Verhandlungstag eines Vergewaltigungsprozesses vor dem Landgericht Göttingen hat die Ex-Frau des Angeklagten ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, die 29-Jährige im November 2016 geschlagen, mit dem Tode bedroht und vergewaltigt zu haben.

Die Tat soll wenige Wochen nach ihrer nach islamischem Recht vollzogenen Eheschließung passiert sein. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten.

Prozess in Göttingen: Angeklagter und Opfer stammen aus Irak

Sowohl der Angeklagte als auch seine Ex-Frau stammen aus dem kurdischen Teil des Irak. Im Herbst 2016 lernte sie den Angeklagten über die Vermittlung eines Bekannten kennen, dem sie erzählt hatte, dass sie Geld für den Geburtstag ihrer zweijährigen Tochter benötige.

Der Bekannte habe den ihr bis dahin völlig unbekannten Landsmann gebeten, ihr 150 Euro zu übergeben. Der 35-Jährige sei von seinem Wohnort in Bayern mit dem Zug nach Göttingen gekommen, habe ihr am Bahnhof das Geld gegeben, in ihrer Wohnung übernachtet und sei dann am nächsten Tag zurück nach Bayern gefahren.

Drei Tage später habe er ihr am Telefon einen Heiratsantrag gemacht. Sie sei überrascht gewesen, habe aber kurz darauf eingewilligt, berichtete die 29-Jährige. Sie habe den Eindruck gehabt, dass er gut zu ihrer Tochter sei. Verliebt sei sie nicht gewesen. Für sie sei nicht wichtig gewesen, „dass wir uns lieben, sondern dass er gut zu meinem Kind ist.“ Auch ihren ersten Mann habe sie nicht aus Liebe geheiratet, die damalige Ehe hätte die Familie arrangiert.

Alkohol und Streit: Angeklagter drohte Frau, sie umzubringen

Wenige Wochen nach dem ersten Treffen habe sie dann den 35-Jährigen im Beisein von drei Zeugen in ihrer Wohnung in Göttingen geheiratet. Als der Angeklagte das dritte Mal über das Wochenende nach Göttingen kam, habe er angefangen, eine Flasche Whiskey zu leeren. Es sei zum Streit gekommen. Der 35-Jährige habe sie beleidigt und damit gedroht, sie umzubringen, wenn sie nicht schweige. Er habe ihr mit der Hand ins Gesicht geschlagen.

Sie habe sich wehren wollen, dann aber aus Sorge um ihre Tochter versucht, ihn zu beruhigen. Er habe jedoch weiter auf sie eingeschlagen. Als sie ihm die Füße küssen wollte, „damit er aufhört“, habe er sie getreten, sagte die Zeugin unter Tränen.

Später habe er erklärt, dass er sie „haben“ wolle. Sie habe dann den Geschlechtsverkehr aus Sorge um ihre Tochter über sich ergehen lassen: „Ich wollte nur, dass er aufhört.“ Danach habe sie lange geweint, sich gewaschen und bis zum Morgen am Bett ihrer Tochter gesessen.

Am Folgetag habe sie einer Freundin erzählt, dass ihr Mann sie geschlagen habe. Sie seien zu ihrem Trauzeugen gegangen, weil sie sich scheiden lassen wollte. Dort trafen sie eine deutsche Frau. Diese habe gefragt, wo ihre Verletzungen herkämen, und umgehend die Polizei verständigt.

Quelle: hna

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