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Dez 20

Erster Oberbürgermeister macht Ernst: Klimanotstand: Fleisch-Verbot im Rathaus!

Leckere Gänsekeule auf dem Teller. Fleisch ist im Rostocker Rathaus bald verboten.

Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen ist im Rostocker Rathaus vom Speiseplan gestrichen.

Foto: dpa

Nie mehr Keule und Braten bei offiziellen Einladungen – das könnte sich trotz der Grünen im Hamburger Rathaus wohl niemand vorstellen. Das fleischlastige Mathiae-Mahl müsste regelrecht ausfallen. Aber der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) traut sich was: Er hat für offizielle Anlässe ein Fleischverbot in der Stadtverwaltung verhängt.

Rostock ist die erste Kommune in Deutschland, die so weit geht. Die Hansestadt hatte im Herbst bereits offiziell den Klimanotstand ausgerufen. „Wir müssen diesem Schritt nun aber auch Taten folgen lassen“, sagte Oberbürgermeister Madsen gegenüber der Ostsee Zeitung. „Der Verzicht auf Fleisch ist ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz.“

Wenn die Hansestadt offizielle Gäste bewirtet, Konferenzen und Tagungen ausrichtet, soll es deshalb in Zukunft keine belegten Brote mit Wurst mehr geben und auch keine Entenkeulen, Rouladen, Schnitzel und Co. mehr auf dem Teller landen. „Selbst als Däne esse ich lieber Mett als Matjes. Aber wir alle müssen auch verzichten. Und dieser Verzicht tut niemandem wirklich weh.“

Die Ostsee Zeitung sprach auch mit dem grünen Oberbürgermeister von Greifswald. Der will den Fleischkonsum zwar einschränken, aber nicht verbieten. Statt dessen setzt die Stadt auf regionale und fair gehandelte Lebensmittel. Denn es gäbe durchaus auch Obst- und Gemüsesorten, die unter problematischen Bedingungen angebaut und rund um die Welt geflogen werden.

In Hamburg tut sich in dieser Hinsicht seit Jahren herzlich wenig. Obwohl Initiativen wie der Ernährungsrat Druck machen und mehr regionales und biologisch angebautes Essen im Rathaus und in den Kantinen der Stadt fordern. Selbst in der Kantine der Umweltbehörde von Jens Kerstan (Grüne) wird noch sehr klassisch und fleischlastig gekocht.

Dabei ist Hamburg schon 2016 dem BioStadt-Verbund beigetreten. Davon ist aus Sicht der Aktivisten aber kaum etwas zu spüren. Auch bei der Bewirtung im Rathaus gebe es kaum Regionales und kaum Bio. Dafür viel Fleisch. Die Stadt Bremen hingegen hat schon 2018 beschlossen, alle Kitas, Schulen, öffentliche Kantinen und Krankenhäuser komplett auf Biokost umzustellen.

In einem rot-grünen Beschluss zu mehr regionalem und Bio-Essen in Hamburg gibt es keine Verbote, keine Quoten, sondern nur Aufforderungen, die sich recht unverbindlich lesen. Der Senat möge „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ auf eine schrittweise Steigerung des Anteils auf Bio-Lebensmittel in Kantinen „hinwirken“, heißt es da.

Quelle: mopo.

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