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Jan 08

Erstochener Daniel H. – Anklage gegen Verdächtigen von Chemnitz erhoben

Gut vier Monate nach dem tödlichen Messerangriff in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Syrer Alaa S. erhoben. Der Vorwurf: gemeinschaftlicher Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung.
Quelle: WELT/Kevin Knauer

Gut vier Monate nach der tödlichen Messerattacke am Rande des Stadtfestes in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Syrer Alaa S. erhoben. Ihm würden gemeinschaftlicher Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Dienstag mit.

Er soll am 26. August 2018 während eines Streits „ohne rechtfertigenden Grund mit einem mitgeführten Messer im bewussten und gewollten Handeln“ auf das Opfer Daniel H. eingestochen haben. Laut Anklage hat er die Tat gemeinsam mit dem noch flüchtigen irakischen Staatsangehörigen Farhad R.A. verübt.

Bei dem Angriff erlitt der Deutschkubaner Daniel H. den Angaben zufolge unter anderem einen Herzstich sowie einen Lungendurchstich und starb aufgrund der Verletzungen unmittelbar nach der Tat. Die beiden Männer hätten viermal in den Brustbereich und einmal in den Oberarm des Getöteten sowie einmal in den Rücken des Opfers Dimitri M. gestochen, hieß es.

Verdächtige noch auf der Flucht

Der Angeschuldigte habe dabei zumindest billigend in Kauf genommen, die beiden Männer tödlich zu verletzen. Das Ermittlungsverfahren gegen die beiden beschuldigten irakischen Staatsangehörigen Yousif I.A. und den noch flüchtigen Farhad R.A., der noch immer mit internationalem Haftbefehl zur Festnahme ausgeschrieben sei, wurde den Angaben zufolge abgetrennt.

Worum es bei diesem Streit ging, konnte der Chemnitzer Staatsanwaltschaft zufolge bislang nicht aufgeklärt werden. Während der umfangreichen Ermittlungen seien mehr als 100 Zeugen vernommen und eine Vielzahl von Spuren ausgewertet worden, hieß es.

Das Tötungsdelikt erschütterte die sächsische Stadt. Es kam zu zahlreichen Demonstrationen in Chemnitz, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten.

Auch die AfD zog gemeinsam mit der Pegida-Bewegung und anderen rechten Gruppen durch die Stadt. Es kam zu fremdenfeindlichen Übergriffen, rechten Demonstrationen und Anschlägen auf ausländische Restaurants. Mehrere Rechtsradikale wurden in Schnellverfahren wegen Zeigens des Hitlergrußes verurteilt.

Quelle: welt

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