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Dez 29

Für Flyer, Newsletter, PR-Konzepte: Freistaat zahlte 800.000 Euro an nur eine PR-Agentur

In den vergangenen vier Jahren vergaben Ministerien und Behörden an „Stawowy“ Aufträge für über 800.000 Euro (Symbolfoto)Foto: gitanna – stock.adobe.com

Dresden – 50.071,63 Euro für eine Broschüre, 38.841 Euro für einen Newsletter, 16.802,80 Euro für eine Webseite und 15.759,17 Euro für ein Konzept – das sind PR-Kosten, die allein das Sächsische Integrationsministerium zahlte.

Die Zahlen wurden jetzt durch eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag öffentlich. Auffällig: Das Geld ging allein an eine einzige Dresdner PR-Agentur.

AfD-Abgeordneter Carsten Hütter (54) spricht von „zweifelhaften öffentlichen Aufträgen“ und „Gefälligkeiten“ für die PR-Agentur „Stawowy“. Hütters Vorhaltung: „Augenscheinlich zahlt sich hier die politische Nähe der Inhaber zur CDU/SPD-Staatsregierung in barer Münze für die Firma Stawowy aus.“

Agenturleiterin Romina Stawowy (36) sieht in den parlamentarischen Nachfragen Hütters dagegen eine „maßlose Kampagne“. Die Vorwürfe seien „eine bodenlose Unverschämtheit“. Hütter gehe es darum, „unserer Agentur Schaden zuzufügen“.

Wirklich? Insgesamt geht es um über 800.000 Euro aus den vergangenen vier Jahren, die sächsische Ministerien und Behörden an die Dresdner PR-Firma zahlten – für Flyer, Webseiten, Workshops, Konzeptionen oder Moderationen.

Die Liste der Auftraggeber reicht vom Sozial- über das Kultus- bis zum Innenministerium. Auch die Staatskanzlei, die Landeszentrale für politische Bildung und das Landesamt für Schule und Bildung gehören dazu.

So zahlte das Kultusministerium nach Angaben der Staatskanzlei an „Stawowy“ 136.802,40 Euro für eine Broschüre. Auf BILD-Nachfrage gaben Kultus- und Integrationsministerium an, dass alles über 30.000 Euro Auftragsvolumen ausgeschrieben wurde. Was darunter liegt, wurde demnach freihändig vergeben.

Thomas Meyer (57), Präsident des sächsischen Steuerzahlerbundes, sieht in den veröffentlichen Zahlen „erhebliche Auffälligkeiten“. „Das Integrationsministerium hatte zuletzt ein Gesamtbudget von 200 000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit. Die Zahlungen an ‘Stawowy‘ von knapp 160 000 Euro sind da bemerkenswert.“

Quelle: BILD

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