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Okt 15

Gesunder Ausländeranteil wird verurteilt: Kita in Reichen-Viertel wirbt mit wenig Ausländern

Eine Hamburger Kita steht in der Kritik, weil sie mit wenig Migrantenkindern geworben haben soll (Symbolbild).

Hamburg – Die Kita Rabenhorst im wohlhabenden Hamburger Stadtteil Wellingsbüttel steht in der Kritik. Im Konzept hatte sie betont, dass es dort kaum Kinder mit Migrationshintergrund gebe.

In dem 30-seitigen Dokument steht unter anderem ein kurzes Kapitel über das Einzugsgebiet der Klientel.

Darin wird sich mit der wohlhabenden Oberschicht geschmückt.

Anwälte, Ärzte, Berater, Makler, Unternehmer und vor allem weitere Selbstständige würden ihre Kinder in die Obhut der Kita Rabenhorst geben.

Auch auf die Wohnverhältnisse wird konkret eingegangen. „Viele Familien leben in eigenen Häusern, Reihenhäusern oder Villen“, steht in dem Dokument.

So weit, so abgehoben. Dann folgte ein inzwischen gestrichener Satz, wie die Mopo berichtet: „Von den Familien mit Migrationshintergrund nehmen nur wenige unsere Betreuung in Anspruch.“

Die Kita setzt also auf Besserverdiener und schmückt sich damit, dass es dort nur wenige Kinder mit ausländischen Wurzeln gibt.

Dazu passt die Bildsprache. Das Kapitel wird mit dem Foto vom hellblonden und blauäugigen Finn sowie zwei weiteren blonden Kindern im Hintergrund bebildert. Überhaupt sind auf den Fotos im gesamten Konzept hauptsächlich blonde Kinder zu sehen.

Alles reiner Zufall oder doch Absicht? Immerhin liegt der Ausländeranteil in Wellingsbüttel mit 5,9 Prozent deutlich unter dem Hamburger Schnitt (16,7 %) und das Einkommen der Menschen (88.606 Euro) ist mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt (39.054 Euro).

Beim städtischen Kita-Träger, der Elbkinder – Vereinigung Hamburger Kitas, gibt man sich laut Mopo überrascht und spricht von einem Missverständnis.

Die Mopo zitiert Elbkinder-Sprecherin Katrin Geyer: „Die Kita wollte die Sozialstruktur des Stadtteils beschreiben, hat dafür aber tatsächlich eine missverständliche Formulierung gewählt.“

Die kritisierte Textstelle wurde inzwischen gestrichen, da sie weder mit den Grundsätzen der Kita noch des Trägers vereinbar sei.

Gestützt wird das auch im Kita-Konzept mit der im Kapitel pädagogische Ansätze genannten Offenheit für Migranten.

„Unser Kitalltag ist durch einen Inklusionsgedanken geprägt, der offen ist für Mädchen und Jungen, klein und groß, stark und schwach, krank und gesund, dick und dünn. Ganz gleich, ob deutscher Herkunft oder aus Familien mit Migrationshintergrund“, steht dort.

Bleibt zu hoffen, dass das nicht bloß eine Phrase ist, sondern in der Kita Rabenhorst auch so gelebt wird.

Quelle: Tag24

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