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Mai 28

Großeinsatz in Ratingen: Flüchtling legt Feuer in Unterkunft

Mit einer Drehleiter näherten sich die Einsatzkräfte dem Gebäude, das an der Daniel-Goldbach-Straße in Tiefenbroich liegt.

Ein 22-jähriger Bewohner hat in der Nacht zum Freitag in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes in seinem Zimmer ein Feuer gelegt und damit einen Großeinsatz für Feuerwehr und Polizei ausgelöst.

Bereits bei den ersten polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache habe sich schnell ein konkreter Tatverdacht gegen den Mann erhärtet. Der als psychisch krank eingestufte Mann konnte festgenommen werden.

Dabei äußerte er spontan, dass er das Feuer in seinem Zimmer selber verursacht habe. Die polizeilichen Ermittlungen und Vernehmungen zum eingeleiteten Strafverfahren wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung dauern an. Vier Personen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung vom Ratinger Rettungsdienst untersucht. Nur eine dieser Personen musste danach in einem Rettungswagen vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Flammen schlugen aus dem Raum, in dem der mutmaßliche Täter das Feuer gelegt hatte. Für Polizei und Feuerwehr gab es in der Nacht zum Freitag viel zu tun.

Das vom Brand betroffene Zimmer sowie unmittelbar angrenzende andere Teile des Gebäudes sind aktuell nicht mehr bewohnbar. Rund 30 dadurch betroffene Bewohner konnten schnell in anderen, aktuell nicht genutzten Räumlichkeiten der Ratinger Einrichtung untergebracht werden. Der entstandene Gebäude- und Sachschaden beläuft sich nach ersten polizeilichen Schätzungen auf rund 50.000 Euro. Nach Eintreffen der ersten Kräfte gegen 0.50 Uhr wurde aufgrund der positiven Brandmeldung die Alarmstufe erhöht, es wurden schnell weitere Einsatzkräfte zur Einsatzstelle geschickt.

Sofort nach dem Eintreffen gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in dem Gebäude vor, da zunächst unklar war, ob sich in dem betroffenen Bereich noch Personen befinden.

Durch das schnelle Eingreifen des anwesenden Sicherheitspersonals konnte das Gebäude jedoch zügig geräumt werden, so dass sich diese Vermutung nicht bestätigt hat.

Im Einsatz waren rund 80 Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Löschzüge Mitte, Tiefenbroich, Lintorf, der Sondereinheiten Führung und Information & Kommunikation der freiwilligen Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes der Städte Heiligenhaus und Ratingen.

Für die Dauer der Löscharbeiten sperrte die Ratinger Polizei die Daniel-Goldbach-Straße im Bereich des Brandortes für rund zwei Stunden komplett für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr. Hierdurch kam es zur Nachtzeit aber nicht zu größeren Störungen.

Die Belegungszahl im ehemaligen Cemex-Gebäude kann maximal 930 Personen betragen, wobei die Regelbelegung mit 500 Plätzen geplant ist, die weiteren 430 Plätze sind Reserveplätze.

Die Betreuungsdienstleistung habe European Homecare (EHC), wie eine Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf mitteilte.

Wenn Flüchtlinge NRW erreichen, erfolgt zunächst eine erste Aufnahme. Sie werden medizinisch untersucht und durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registriert. Danach werden sie in einer ZUE untergebracht – also zum Beispiel im ehemaligen Cemex-Gebäude.

Dort sollen sie im Normalfall maximal drei Monate bleiben, bis das Asylverfahren angelaufen ist. Die Zuweisung der Flüchtlinge erfolgt landesweit durch die Bezirksregierung Arnsberg.

Alles richtet sich danach, wie stark der Gesamtzustrom und wie hoch die Zahl der in NRW ankommenden Flüchtlinge ist.

 

Quelle: rp-online

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