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Apr 05

Leipzig: Weniger Diebstahl mehr Vergewaltigung Mord und Raub – 37,6% „Nichtdeutsch“

Polizeipräsident Torsten Schultze wertet den Rückgang der Kriminalität auch als Beleg dafür, dass veränderte Arbeitsabläufe greifen. Quelle: Andre Kempner

Die Zahl der Eigentumsdelikte in Leipzig ist merklich zurückgegangen. Dafür nahmen beispielsweise Raubüberfälle und Sexualstraftaten zu.

Leipzig

Erneut ist die Kriminalität in der Stadt Leipzig zurückgegangen – zumindest laut Statistik: Exakt 72 045 Straftaten erfasste die Polizei im Jahr 2018 in der Messestadt. Das ist ein Rückgang um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf 46,8 Prozent gesteigert werden. Mit mehr als 197 Straftaten pro Tag bleibt Leipzig allerdings weiter Sachsens Kriminalitätshochburg. Das zeigt auch die Fallzahl pro 100 000 Einwohner: 12 379 waren es zuletzt in Leipzig, in ganz Sachsen sind es 6831, der Bundesdurchschnitt liegt bei 6710. Polizeipräsident Torsten Schultze erklärte, der Kriminalitätsrückgang und die bessere Aufklärungsquote seien „angesichts einer stetigen Bevölkerungszunahme, welche grundsätzlich eine andere Entwicklung der Kriminalitätslage erwarten ließe, besonders positiv zu bewertende Fakten“. Eine veränderte Arbeitsweise, etwa das gebündelte Bearbeiten eines Tatverdächtigen, der fokussierte Umgang mit Intensivtätern und das Vernetzen mit externen Partnern scheinen zu greifen, so der Polizeichef.

Straftaten im Überblick

Morde: Exakt 27 Straftaten gegen das Leben ereigneten sich 2018 in der Stadt Leipzig, drei weniger als im Vorjahr. Darunter sind 15 Morde – im Jahr zuvor waren es noch fünf wenige

Sexualdelikte: Ein Plus von immerhin 118 Fällen der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weist die Statistik aus. Aktuell sind 568 Delikte wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung erfasst.

Raub und Körperverletzung: Wieder zugenommen haben Raubüberfälle und Fälle der räuberischen Erpressung. Waren es 2017 noch 537 Delikte, sind es ein Jahr später 550. Auf gleichbleibend hohem Niveau bleiben die Zahlen bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung (1283 Fälle) sowie bei einfacher Körperverletzung (2965). Ein Plus ist auch bei Nötigung (772), Bedrohung (694) und Stalking (197) zu verzeichnen.

Diebstähle: Bemerkenswerter Rückgang im noch immer dominierenden Deliktbereich: Binnen Jahresfrist sank die Zahl der registrierten Diebstähle um 6040 auf nunmehr 36 962, wobei gerade besonders schwere Fälle wie etwa Einbrüche deutlich zurückgingen – aktuell sind es in der Stadt 23 751 (Vorjahr: 27 328). In nahezu allen Bereichen gab es ein Minus, etwa beim Ladendiebstahl von 6609 auf aktuell 5373. beim Fahrraddiebstahl von 10 027 auf 8781 und bei Wohnungseinbrüchen von 1917 auf 1843.

Auto-Aufbrüche: Auch hier registrierte die Polizei merklich weniger Straftaten. So wurden 2018 insgesamt 4910 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen mit einem Gesamtschaden von 3,6 Millionen Euro erfasst, im Vorjahr waren es noch 5485. Hinzu kommen 493 Autos im Gesamtwert von 6,8 Millionen Euro, die 2018 gestohlen wurden, sieben mehr als 2017.

Drogendelikte: Mit 2708 Fällen war hier 2018 ein Anstieg zu konstatieren (2017: 2598). Besonders Cannabis und verwandte Produkte waren auf dem Vormarsch (1744 Fälle), mit deutlichem Abstand folgten Crystal (549), Amphetamin (141) und Heroin (120). Im gesamten Bereich der Polizeidirektion, wozu auch die Landkreise Leipzig und Nordsachsen zählen, waren im vergangenen Jahr zehn Rauschgifttote zu beklagen, überwiegend durch Mischkonsum von Heroin, Crystal und Alkohol.

Tatverdächtige: Die Polizei ermittelte 2018 insgesamt 21 232 Tatverdächtige, was einem Rückgang um 593 entspricht. Darunter befanden sich 7355 nichtdeutsche Tatverdächtige, ein Anteil von 34,6 Prozent. Bedenklich: Die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen zwischen 14 und 18 Jahren nahm zu, insgesamt 1472 wurden ermittelt.

Offene Fälle: Ende 2018 waren bei der Polizeidirektion exakt 21 124 Fälle in Bearbeitung und nicht an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Das heißt: Ein durchaus großer Anteil der Straftaten sind noch nicht in dem Zahlenwerk erfasst. Allerdings sind die Auswirkungen auf die Statistik nicht mehr so gravierend wie Ende 2015, als die Zahl der unerledigten Fälle auf mehr als 31 000 hochgeschnellt war.

Quelle: lvz

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