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Aug 15

Nigerianer wollen durch die Schweiz nach Deutschland

Immer mehr Nigerianer kommen in die Schweiz, sie wollen aber gar nicht bleiben.

Bei der illegalen Migration in die Schweiz besetzen die Nigerianer den Spitzenrang. Die meisten wollen aber gar nicht hier bleiben, sondern weiter nach Deutschland.

Die Nigerianer zieht es in den Norden! Deutschland verzeichnet dieses Jahr einen starken Anstieg an nigerianischen Asylgesuchen. Allein bis Ende Juli registrierte das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fast 8000 Asylanträge – Nigeria folgt dabei bereits auf Platz drei hinter Syrien und Irak.

Schweiz als Transitland

Das bekommt auch die Schweiz zu spüren: Bei den illegalen Migranten führt Nigeria die Rangliste des Grenzwachtkorps mit bisher 1405 von 7608 Aufgriffen unbestritten an – mit deutlichem Abstand folgt Albanien auf Platz zwei. Zwar schafften es die Nigerianer schon letztes Jahr mit 2400 Aufgriffen auf den Spitzenrang. Der Anteil ist aber nochmals gestiegen: Stammte letztes Jahr jeder siebte Illegale aus Nigeria, ist es nun schon fast jeder fünfte.

Der Nigeria-Express von Italien nach Deutschland führt damit durch die Schweiz. Denn bleiben wollen die wenigsten: Letztes Jahr stellten nur gerade rund 500 Nigerianer hierzulande ein Asylgesuch. Bis im Juni dieses Jahres waren es sogar nur 233. Die Schweiz ist damit mehr Transitland denn Zielland.

Das zeigt sich fast landesweit: Zwar wurde der Grossteil der Nigerianer bereits an der Südgrenze gestoppt. Doch auch in der Grenzwachtregion I – zu welcher etwa die Kantone Bern und Basel-Stadt zählen – führen sie die Rangliste mit bisher 280 Aufgriffen an.

Die Betroffenen werden meist auf ihrer Reise nach Frankreich oder eben Deutschland geschnappt. Nicht ohne Grund: «Der grösste Teil der Migranten versucht die Schweiz von Süden nach Norden zu queren», sagt David Marquis von der Eidgenössischen Zollverwaltung, der die Grenzwache angegliedert ist. «In der Grenzwachtregion I finden durch die beiden Bahnposten in Bern und Basel relativ viele Bahnkontrollen statt, bei denen immer wieder rechtswidrige Aufenthalter festgestellt werden.»

Zehntausende Nigerianer in Italien

Das Potenzial bleibt weiterhin hoch. Zwar zählte Italien aufgrund der restriktiven Politik der populistischen Regierung in diesem Jahr bisher insgesamt nur einige Tausend Anlandungen von Flüchtlingen. Doch von 2015 bis 2017 gelangten laut Staatssekretariat für Migration (SEM) rund 90’000 nigerianische Staatsangehörige über das zentrale Mittelmeer nach Italien.

Während Migranten aus anderen afrikanischen Staaten wie etwa Eritrea vergleichsweise rasch aus Italien weiterwanderten, blieb ein nicht unerheblicher Teil der Nigerianer vorläufig in Italien. «Ein Teil dieser Nigerianer wandert seither weiter, primär in Richtung Deutschland oder Frankreich», so das SEM.

Der Zustrom war gar Thema im deutschen Bundestag. Die rechte AfD befürchtet nämlich, dass sich mit den Asylsuchenden auch die «nigerianische Mafia» in Deutschland ausbreitet, und verlangt schärfere Grenzkontrollen und konsequente Abschiebungen.

Nigeria ist ein Krisenherd

Klar ist: Viele Nigerianer flüchten auf der Suche nach einem besseren Leben oder nach Sicherheit aus ihrem Land. Im Süden kämpfen Rebellengruppen und Separatisten gegen das Militär. Im Norden ist die islamistische Terrorgruppe Boko Haram zwar technisch besiegt, aber immer noch aktiv. Hinzu kommen Gewalt durch Bandenkriminalität oder Konflikte zwischen Bauern und Nomaden. Allein innerhalb Nigerias schätzt die Uno die Zahl der Flüchtlinge auf zwei Millionen.

Trotzdem gehen die Behörden davon aus, dass die meisten Nigerianer innerhalb ihres Landes Schutz finden können. Asylanträge sind in Deutschland wie auch in der Schweiz oft chancenlos. So betrug die Schutzquote letztes Jahr hierzulande nur gut sieben Prozent, die Anerkennungsquote als Flüchtling gar nur ein Prozent.

Quelle: Blick

 

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