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Feb 12

Österreichs Bevölkerung knackt die 8,9 Millionen durch Migration

Österreich wird bald neun Millionen Einwohner zählen. Die Zuwanderung kommt mittlerweile zu 80 Prozent aus der EU.

Zur Jahrtausendwende übersprang Österreich die Grenze zu acht Millionen Einwohnern. 20 Jahre später ist die nächste Million nicht mehr weit. Am 1. Jänner hatte Österreich offiziell nach vorläufigen Zahlen der Statistik Austria 8.902.600 Bewohner und Bewohnerinnen. Das Wachstum zum Vorjahr betrug 43.825 Personen. Das ist etwas mehr als im Jahr davor. In zwei bis drei Jahren dürfte die Neun-Millionen-Marke fallen.

Grund dafür ist ausschließlich die Zuwanderung. Die Zahl österreichischer Staatsbürger ist seit Jahren rückläufig. Das hat einerseits mit der Geburtenbilanz zu tun, andererseits mit dem Staatsbürgerschaftsrecht. Denn als die Hürden für Einbürgerungen im Jahr 2006 deutlich erhöht wurden, brach deren Zahl massiv ein. Die simple Folge: weniger Österreicher und Österreicherinnen.

Der Zuzug kommt fast ausschließlich aus Europa

Im Vergleich zum 1. Jänner des Vorjahres waren zu Jahresanfang 2020 exakt 48.097 mehr Ausländer in Österreich gemeldet. Mehr als 80 Prozent davon gehen auf Zuzug innerhalb der EU zurück. Das verbleibende Plus von rund 9000 Personen aus Drittstaaten teilt sich recht gleichmäßig auf Rest-Europa (zum Beispiel: Serbien, Türkei, Bosnien) und allen übrigen Kontinenten. Aus Afrika etwa betrug die Netto-Zuwanderung lediglich 277 Personen.

Nach wie vor hält der recht starke Zuzug aus Deutschland an. Erstmals übersprangen Deutsche in Österreich die 200.000er-Grenze, der saldierte Zuzug 2019 betrug 7633 Personen. Das ist mehr als das Doppelte als aus ganz Asien, inklusive Syrien, Afghanistan und dem Irak. Nur aus Rumänien (plus 10.777) zogen im Vorjahr noch mehr Menschen nach Österreich. Hinter Deutschland ist Rumänien mittlerweile auch die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe noch vor den Serben und Türken, die eine weitaus längere Migrationshistorie haben. Deren Zahl ist seit Jahren tendenziell rückläufig.

Das Bevölkerungswachstum ist innerhalb Österreichs recht ungleich verteilt. Vor allem urbane Zentren profitieren, periphere Regionen, wie das Waldviertel sowie weite Teile Kärntens und der Steiermark, schrumpfen leicht. In Wien lebten zum Jahresanfang 14.237 Personen mehr als im Jahr davor, der Anteil ausländischer Staatsbürger lag bei 30,8 Prozent. Zur Jahrtausendwende war es noch rund die Hälfte. Allerdings war Wien damals noch eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern. Am 1. Jänner 2020 waren es erstmals mehr als 1,9 Millionen. (sir)

 

 Quelle: Wiener Zeitung.

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