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Feb 20

Polizei will mehr Beamte mit Migrationshintergrund – Ein Bundesland hängt alle ab

Polizisten mit türkischen, italienischen oder kroatischen Wurzeln sind vor allem in Ballungsgebieten längst keine Exoten mehr – die Polizei wird so stärker zu einem Spiegelbild der Gesamtgesellschaft. Diesen Trend will die Polizei fortführen und wirbt in einigen Bundesländern ganz gezielt Menschen mit Migrationshintergrund an.

Das geht aus einer bundesweiten Untersuchung des „Mediendienst Integration“ hervor. Das Land mit den meisten Bewerbern aus Einwandererfamilien ist mit 36 Prozent Berlin. Auch in Bremen, NRW und im Saarland bewerben sich viele Menschen mit Migrationshintergrund. Berlin stellt in Folge auch die meisten ein: Im vergangen Jahr stammten 32 Prozent der neu Eingestellten aus Einwandererfamilien. Im Osten sieht es anders aus.

Gezieltes Werben

In den meisten Ost-Bundesländern wird der Migrationshintergrund nicht erfasst. Nur Sachsen-Anhalt konnte Angaben über neu Eingestellte mit Migrationshintergrund machen: Im Vergleich zu 2016 fiel die Zahl um fast zwei Prozentpunkte auf sieben Prozent. Das Bundesland ist damit Schlusslicht. Sachsen und Thüringen gaben zudem als einzige Bundesländer an, dass es keine Sondermaßnahmen gibt, um Menschen mit Migrationshintergrund anzuwerben.

Ein Versäumnis, denn die Studie zeigt, dass der Anteil von Polizisten aus Einwandererfamilien vor allem dort steigt, wo junge Leute mit Migrationshintergrund gezielt angesprochen werden. In Baden-Württemberg etwa wurde 2018 eine neue Website zur Nachwuchswerbung der Polizei gestartet, die Menschen aus Einwandererfamilien gezielt anspricht. Im selben Jahr hatten 27 Prozent der neu eingestellten Polizisten einen Migrationshintergrund – zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Quelle: Focus

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