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Nov 11

Syrer verleiht seine Papiere – Gericht sieht „menschlich verständliche Motive“

Symbolbild ankommener Armutsmigranten auf ihrem Weg zum Sozialamt/Ausländeramt in Köln Bonn, Credits: Wikipedia

Heiligenstadt. Die Weitergabe seiner Papiere hat einem Flüchtling aus Syrien 560 Euro Geldstrafe eingebracht. Vor dem Amtsgericht Heiligenstadt hat der 25-Jährige den Missbrauch von Ausweispapieren zugegeben.

Die Aufenthaltspapiere seien für einen Landsmann bestimmt gewesen, der zu Jahresbeginn von Griechenland nach Deutschland einreisen wollte. Dessen Mutter hatte den späteren Angeklagten im Deutschkurs in Heiligenstadt um diesen Gefallen gebeten. Sie sei ganz traurig gewesen, und da habe er Mitleid gehabt.

Er selbst habe seine Papiere bei der Ausländerbehörde als verloren gemeldet und daraufhin Ersatzpapiere bekommen.

Der Schwindel fiel Anfang Februar 2018 auf, als der Sohn am Athener Flughafen ins Flugzeug steigen wollte. Bei der Ausweiskontrolle erkannten die Beamten, dass sich der Fluggast und der Mann auf dem Foto nicht ähnlich sehen.

Angeklagter hat kein Geld genommen

Der Ausweis war vermutlich auf dem Postweg nach Griechenland gelangt. Er selbst sei aus der syrischen Armee desertiert und viele Jahre untergetaucht, erklärte der Angeklagte. Als die Frau von ihrem Sohn eine ähnliche Geschichte erzählte, habe er nicht „Nein“ sagen können. Die Frau habe ihm kein Geld gegeben, weil er das nicht gewollt habe. Er habe gesagt, dass sie ihn mal zum Essen einladen könne.

Laut Urteil hat der bisher unbescholtene Flüchtling menschlich verständliche Motive gehabt.

Der ebenfalls angeklagte Vorwurf des versuchten Einschleusens von Ausländern konnte nicht bewiesen werden, da der Syrer keine Gegenleistungen verlangt und bekommen hat. Das Gegenteil konnte ihm nicht bewiesen werden, da die „Auftraggeberin“ nicht zum Prozess erschien. In seinem letzten Wort hatte sich der Angeklagte entschuldigt.

Quelle: Thüringer Allgemeine

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