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Apr 06

Tuberkulose bei Flüchtlingen in Thüringen: Fahrzeug gestoppt

Röntgenmobile sollten angesichts vieler Flüchtlingsuntersuchungen auf Tuberkulose die Krankenhäuser und Arztpraxen entlasten. (Archivfoto)
Foto: Imago / Christian Ditsch

Erfurt. Das Tuberkulose-Röntgenmobil in Thüringen hat nach drei Jahren Einsatz den Betrieb eingestellt. Das Land habe den vor wenigen Wochen endenden Nutzungsvertrag wohl aus Kostengründen nicht weiter verlängert, sagte der Landeschef des Deutschen Roten Kreuzes, Peter Schreiber, der Deutschen Presse-Agentur.

Flüchtlinge in Thüringen auf Tuberkulose untersucht

Der DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda hatte den mit digitaler Röntgentechnik ausgestatteten Kleinlaster für die Reihenuntersuchungen von Asylbewerbern auf Lungentuberkulose (TBC) erworben und diese seit Anfang 2016 im Landesauftrag übernommen. Später kamen auch Röntgenchecks in Thüringer Haftanstalten hinzu. Laut Sozialministerium ist es seit dem 20. Februar nicht mehr im Einsatz.

Das Mobil sollte die allein 2015 mit rund 10.000 Flüchtlingsuntersuchungen betrauten Krankenhäuser und Arztpraxen entlasten. Inzwischen ist der Bedarf wegen rückläufiger Flüchtlingszahlen stark gesunken.

Röntgenmobil untersuchte Asylbewerber und Häftlinge

2018 wurden laut DRK rund 1700 Geflüchtete und 1100 Häftlinge untersucht. Zuletzt war die rollende Röntgenpraxis zweimal wöchentlich in der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl und an den restlichen Wochentagen in den Thüringer Gefängnissen im Einsatz, wie Schreiber sagte. Das DRK wolle nun neue Verwendungsmöglichkeiten suchen. Es gebe Anfragen aus anderen Bundesländern.

TBC-Untersuchung für Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften Pflicht

Nach Angaben des Justiz- und Migrationsministeriums kommt in den Einrichtungen nunmehr ein moderner Bluttest zum Einsatz. Für Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften ab einem Alter von 15 Jahren und für Gefängnisinsassen ist ein TBC-Check Pflicht. So soll gewährleistet werden, dass eventuelle Erkrankungen umgehend erkannt und mit Medikamenten behandelt werden können.

Was ist Tuberkulose?

TBC ist in Deutschland wie auch anderen Ländern mit einem modernen Gesundheitssystem selten geworden. In Thüringen wurden nach Zahlen von Sozialministerium und Berliner Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr 98 neue Fälle gemeldet, nach 110 im Jahr 2017. Die meisten Erkrankten sind Migranten, oft aus Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung. Sechs Menschen, fast alle älter als 70 Jahre, starben 2018 an Tuberkulose.

Die durch Bakterien verursachte Infektion kann durch das Einatmen von Erregern, die Erkrankte beim Husten freisetzen, übertragen werden. Allerdings sind nicht alle Tuberkuloseformen ansteckend.

Quelle: Thüringen24

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