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Mrz 07

Messer-Angriff auf schwangere Ehefrau: Angeklagter Moslem schweigt

Das Verfahren wird vor dem Essener Landgericht verhandelt. (Symbolbild)
Foto: Kurt Michelis

Essen/Gelsenkirchen.   Prozessbeginn: Gelsenkirchener (43) hat im Juni seine schwangere Frau mit einem Küchenmesser attackiert. War er zur Tatzeit psychisch krank?

„Seine Augen waren ganz starr. Dann hat er zugestochen.“ Vor rund neun Monaten soll ein Familienvater aus Gelsenkirchen-Buer mit einem Messer auf seine schwangere Ehefrau losgegangen sein. Seit Donnerstag beschäftigt die Bluttat das Essener Landgericht. Alles deutet darauf hin, dass der 43-Jährige psychisch schwer krank ist.

Er wollte, dass sie auf den Koran schwört

Obwohl er zu den Vorwürfen eigentlich schweigen will, redete der gelernte Heizungsbauer zum Prozessauftakt immer wieder dazwischen – vor allem, während seine Ehefrau als Zeugin vernommen wurde. Und zwar auf Türkisch, so dass die Richter ihn nicht verstehen konnten. Nur so viel war klar: Der dreifache Vater wollte, dass seine Frau auf den Koran schwört, den er zum Prozess extra mitgebracht und vor sich auf den Tisch gelegt hatte.

Gleich mehrfach wurde er von den Richtern ermahnt, zwischenzeitlich stand er sogar kurz vor seinem Rauswurf. Dann wäre ohne ihn weiterverhandelt worden.

Die Tat passierte am 2. Juni 2018

Es war der 2. Juni 2018, als das Drama seinen Lauf nahm. Der Angeklagte war mit seiner Frau einkaufen, alles schien zunächst wie immer. „Für mich war das ein ganz normaler Tag“, sagte die 40-jährige Ehefrau den Richtern.

Weil sie hoch schwanger war, habe sie sich danach kurz aufs Bett gelegt, um auszuruhen. Ihr Mann sei zwar irgendwie komisch gewesen, doch das habe sie nicht weiter beunruhigt. „Ich hätte nie im Leben gedacht, dass er mir etwas antun könnte.“ Doch genau das ist passiert.

Hinterm Rücken holte er ein Küchenmesser hervor

„Er kam ins Schlafzimmer und wollte mich massieren“, so die 40-Jährige. Das habe er häufiger gemacht. Doch diesmal seien seine Hände plötzlich von den Schultern zu ihrem Hals gegangen. Was sie erschrocken habe. „Ich habe noch aus Spaß gefragt, ob er mir etwas antun wolle“, sagte sie im Prozess.

Ihr Mann sei dann aus dem Zimmer gegangen, habe aber kurz danach schon wieder am Ehebett gestanden. „Dann hat er seine Hand hinter den Rücken geführt, ein Küchenmesser hervorgeholt und zweimal zugestochen.“

Beide kämpften um das Messer

Was folgte, war ein Gerangel, beide kämpften um das Messer. Erst auf dem Bett, dann auf dem Boden. Irgendwann sei ihr Mann jedoch zur Besinnung gekommen und habe von ihr abgelassen. „Aber dann hat er sich vor meinen Augen die Pulsadern aufgeschnitten.“ Alles sei voller Blut gewesen.

Die Ärzte hatten bei der Frau später zwei Stiche in den rechten Oberkörper festgestellt. Sie hatte Glück. Genau wie das ungeborene Baby.

„Ich habe meinen Mann geliebt“

„Ich habe meinen Mann geliebt“, sagte die dreifache Mutter. Man sei 18 Jahre lang verheiratet gewesen. „Aber das, was er da getan hat, ist unverzeihlich.“ Inzwischen ist das Paar geschieden.

Die Tat war ursprünglich am Schöffengericht Gelsenkirchen verhandelt worden. Nachdem es jedoch Hinweise darauf gegeben hatte, dass der 43-Jährige unter Wahnvorstellungen leiden könnte, war der Fall an das Landgericht Essen abgegeben worden. Nur dort kann neben einer Strafe auch die Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet werden. Genau darüber müssen die Richter nun entscheiden. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: waz

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